Wie wird debattiert?
So, jetzt wisst ihr schon, um was es bei SPUN geht. Was dort aber genau passiert, also wie die Debatten ablaufen und was Resolutionen sind, erklären wir euch hier.
Was ist eine Resolution?
Resolutionen sind die Schriftstücke, um die sich bei den UN fast alles dreht. Sie bilden die Grundlage der Diskussionen in den Ausschüssen. Sobald sie von den Gremien beschlossen sind, stellen sie Richtlinien oder, im Falle des Sicherheitsrats, bindende Entscheidungen für die Regierungen der Welt dar.
Auch bei SPUN werden von den Ausschüssen und der Hauptorgane solche Resolutionen diskutiert und beschlossen. Dies geschieht nach bestimmten Regeln, die in einer Geschäftsordnung (GO) festgelegt sind.
Als Grundlage für die Debatte in den Ausschüssen gelten die Resolutionsentwürfe. Sie werden von einem oder mehreren Ländern eingebracht, beschreiben das Problem und zeigen mögliche Lösungen auf.
Eine Resolution besteht aus drei Teilen: Dem Resolutionskopf, den einleitenden Absätzen und den operativen Absätzen.
Im Resolutionskopf wird das Thema der Resolutionen und das einbringende Land genannt. Die einleitenden Absätze beschreiben in der Regel die Problematik. Hier werden die Ursachen aufgezählt und Maßnahmen der Vergangenheit erwähnt. Im Gegensatz dazu enthalten die operativen Absätze konkrete Lösungsansätze, Forderungen und Aufrufe etwas an der Situation zu verändern.
Wie wir eine Resolution behandelt?
Da eine Debatte im Allgemeinen nun einmal meist kontrovers verläuft, werden die einzelnen Teile der Resolution diskutiert, gegebenenfalls gestrichen, ersetzt oder es werden neue Sätze hinzugefügt, bis der Text schließlich eine Form hat, die eine Mehrheit findet. Hier geht das Ganze dann noch einmal von vorne los. Erst wenn die Resolution durch Ausschuss angenommen wurde erhält sie den Status eines gültigen Dokuments.
Der Sicherheitsrat kann als einziges Gremium für alle UN-Mitglieder verbindliche Beschlüsse fassen. Er kann z.B. wirtschaftliche oder militärische Sanktionen verhängen und Friedensmissionen der UN-Soldaten ("Blauhelme") ins Leben rufen.
Und was passiert mit den Ergebnissen?
Wir haben die Möglichkeit, eine Auswahl der auf der SPUN-Sitzungswoche verabschiedeten Resolutionen zum Generalsekretariat der Vereinten Nationen nach New York zu schicken. Sie werden Ban Ki Moon zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Damit endet aber nicht der Weg einer Resolution. Auch für zukünftige SPUN-Sitzungswochen behalten die Resolutionen ihre Gültigkeit. Im ersten Organisationsseminar nach der Sitzungswoche wird entschieden, welche Ergebnisse auch für das nächste Jahr als Grundlage gelten. Wir achten darauf, uns nicht zu weit von der echten UN zu entfernen.
Während der Sitzungswoche von SPUN 98 wurde z.B. Palästina als Staat anerkannt und als Mitglied in die UN aufgenommen. Dies geschah unter diversen Auflagen und nach langen Diskussionen. Wir haben uns seitdem entschlossen, Palästina auch als vollwertiges Mitglied in der Länderliste aufzuführen, da wir dieses im Bereich des Möglichen halten, wenn auch nicht in nächster Zukunft. Aber Palästina ist in der UN bereits nicht mehr nur ein offizieller Beobachter, sondern hat eine Sonderstellung, die einem Mitglied mit eingeschränkten Rechten gleichkommt.
Bei SPUN 2001 wurde schließlich sogar eine Reform des Sicherheitsrats beschlossen und das so wichtige Gremium um einige ständige Mitglieder erweitert. Bis auf weiteres bleiben wir jedoch in der Simulation bei der jetzigen Besetzung mit 15 Mitgliedern, um uns nicht zu sehr von der Realität zu entfernen. Dennoch sind solche Weiterentwicklungen ein wichtiger Teil von SPUN, da es ja nicht darum geht, die UN so exakt wie möglich zu kopieren, sondern es auch ein Stück besser zu machen als die "Großen".
Wir fangen also nicht jedes Jahr von vorne an, sondern entwickeln unsere eigene SPUN-Geschichte.